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Das geheime Innenleben der Mascara

Mascara, Wimperntusche sind die unentbehrlichen Begleiter fast jeder Frau. Sie machen jedes Make-up erst perfekt. Und natürlich wird viel im Web darüber geschrieben, welche Mascara die beste sei, wie man sie optimal handhabt und natürlich gibt’s auch Testberichte ohne Ende.
Ganz vordergründig ist eine Mascara ein (schlankes) Behältnis (man sagt auch gerne Container) mit Masse, in das ein Bürstchen hineingeschoben wird. Mittels Drehverschluss am oberen Ende des Bürstchens wird die Mascara verschlossen. Beim Schminken ziehen wir dieses Bürstchen mehrfach aus dem Container heraus und stecken es wieder hinein. Wie sieht es dann aber aus innen in dem Mascara Behältnis?

Mascara Formel (Rezepturen)

Mascara sind toll verpackt und locken uns mit allen möglichen Versprechen (1). Seit einigen Jahren ist es vor allem das Bürstchen, das enorm gehypt wird. Warum das Ganze? Weil die Formel so überaus „einfach“ ist?
Im Wesentlichen gibt es zwei Basisformeln für Mascara:
– normal auf einer Stearat-Wachs-Basis, die in der Regel nicht wasserfest ist und mit Filmbildnern getuned werden kann (wischfest)
– wasserfest auf einer Wachs-Isododecan-Basis, die zwar wasserfest ist, aber bei vielen „abklatscht“, d.h. dunkle Farbe auf das Unterlid überträgt

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Ohne dies geht nichts – das Bürstchen

Man könnte fast meinen, weil die Formel so einfach ist, wird der wesentliche Teil der Entwicklungsarbeit in die Bürste gesteckt. Entsprechend viele Patente gibt es (2). Die Bürste ist mit den Zwischenräumen und der Beschaffenheit der Bürstenhaare dafür relevant, wie viel von der Masse auf die Wimpern übertragen wird und wie gut die Härchen „gekämmt“ werden (3). Dabei reicht die Vielfalt von feinen Einkerbungen im Stift (4) über das ganze Arsenal an Formen (5) bis hin zu Gummibürstchen (6).
Auffällig: Die klassischen Bürstchen sehen einer Flaschenbürste recht ähnlich, nur eben kleiner. Bürstenhersteller entwickeln besondere Fasern für Mascarabürsten sowie neue Technologien, die mit ganz anderen Materialien auch neue Formen ermöglichen.

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Schwarz, die Farbe für Mascara

Auch wenn es immer mal wieder Mascara in anderen Farben gibt, sind es doch eher Trendprodukte, die einen bestimmten Style vervollständigen sollen. Und Schwarz ist nun mal DIE Farbe für Mascara. (7) Wenn es dann mal eine andere Farbe ist, die nachgefragt wird, ist es Braun. Doch darüber ob die Unterschiede zu Schwarz überhaupt sichtbar sind, ist die Community uneins (8).

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Innere Werte: Masse und Abstreifer

Hier habe ich eine Mascara aufgesägt *. Diese ist aus meinem „Fundus“ aller möglichen Mascara, die zum Teil gekauft, aus der eigenen Entwicklung oder als Produktmuster zu mir gekommen sind. Und sie sind zum Teil schon ziemlich alt. Das hier abgebildete Produkt schon über 10 Jahre!
Aber die Masse sieht noch absolut gut aus: glatt und homogen. Dieses Produkt ist eben nicht viel verwendet worden.
Schaut man sich an, was bei der Verwendung passiert: Im verschlossenen Zustand liegt die Bürste in Bodennähe der Verpackung, in der Abbildung sieht die Masse dort auch ein wenig anders aus. Wenn wir eine Mascara verwenden, ziehen wir das Bürstchen durch die Masse nach oben und nehmen einen Teil der Masse mit. Beim Herausziehen wird die überschüssige Masse abgestreift und sammelt sich unterhalb des Abstreifers an. Nach dem Verschließen läuft sie langsam wieder zurück, aber manchmal nicht vollständig, da es sich bei den Mascara Massen ja um sehr pastöse Formulierungen handelt.

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Ein no go – das Luftpumpen

Wenn man sich seine Mascara schnell unbrauchbar machen will, dann sollte man die Bürste wiederholt schnell herausziehen und wieder hineinschieben. Wie das aussieht habe ich auf dieser Abbildung mal verdeutlicht. Man sieht in dieser Gelformulierung sehr schön, wie sich Luftblasen in der Region direkt unter dem Abstreifer ansammeln. Macht man das nun mit seiner pastösen Mascara-Masse, sammelt sich hier verstärkt „aufgeschäumte“ Masse. Durch diese muss man mit dem Bürstchen immer wieder hindurch und erhält dann u.U. Klumpen, die auf den Wimpern sichtbar sind. Also lieber das Bürstchen mit einer leichten Drehbewegung herausziehen.

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Füllmenge, Restentnahme und Haltbarkeit nach dem Öffnen

Wer genau hinschaut, sieht, dass die Mascara ganz unterschiedliche Angaben zur Füllmenge haben. In meinem Fall hier von 7 ml bis zu 12,5 ml. Das ist aus meiner Sicht eher eine Angabe für Sparfüchse, die Preis/ml wichtig finden. Denn wirklich leer wird niemand seinen Mascara-Container bekommen können. Durch den Gebrauch wird natürlich immer wieder ein wenig Luft mit eingetragen, die langsam dazu führt, dass das Produkt stellenweise dicker und (möglicherweise) klumpiger wird. Die Masse lässt sich dann nicht mehr homogen auf die Wimpern auftragen. Wer also seine Mascara täglich verwendet, hat diesen Punkt wahrscheinlich schon vor den 6 Monaten der Haltbarkeit nach dem Öffnen erreicht.

Danke

*Aufgesägt ist gut: Mein Versuch mit einem Cuttermesser den Container zu zerteilen, gab ich auf, bevor ich in der Notaufnahme gelandet wäre. Frauke lieh mir daher ihr Schneidwerkzeug, Cornelia die Werkstatt und Expertise ihres Mannes. Innerhalb weniger Minuten hatten wir den Mascara Container verletzungsfrei aufgetrennt. Danke!

 

Bildnachweis

Alle Bilder eigene Werke, Nutzung nur nach vorheriger Genehmigung von Ghita Lanzendörfer-Yu: info@dejayu.de

Links

(1) Boomexplosion Maskara
(2) Rechercheergebnis
(3) Wie wählt man das Bürstchen aus?
(4) Helena Rubinstein
(5) Geka Applikatoren
(6) Maybelline
(7) Schwarz in Kosmetik
(8) Brigitte Forum

Weiterführende Links

Geka Website
Schwan Cosmetics Website
L’Oreal Jahresbericht 2015
Maskaravergleich
Volumenmascara Top 10

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